Nord-Ostsee-Kanal (NOK)
Kiel – Rendsburg – Brunsbüttel

Dickschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Dickschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal
4. und 5. September 2016

Wir dieseln mit 3 bis 4 Knoten durch den etwa 100 bis 200 Meter breiten Kanal. Zwischen den Bäumen am Rande oder an den Fähr-Anlegestellen stehen immer wieder Wohnmobile. Mal fünf, auch zehn, mal über zwanzig. Schön gerade nebeneinander, die Nase immer Richtung Kanal. Gemütlich sitzen die Camper daneben auf ihren Klappstühlen, und beobachten die vorüberfahrenden Schiffe.
Kein Wind. Nur wenn uns eines dieser Dickschiffe überholt, gibt es Wellen. Zeit für kleinere Aufräumaktionen. T-Shirts, Socken, Pullover und Hosen sind im Vorschiff verstaut.

km 62 des Nord-Ostsee-Kanals Ein graues, unscheinbares und sehr schlankes Segelboot kommt uns entgegen. Ich stehe auf der Backskiste. Der Werkzeugeimer ist schon geordnet, jetzt ist das Angelzeug dran. Mehr nebenbei schaue ich immer wieder in die Richtung des Entgegenkommers. Es ist genügend Abstand.

Als die Yacht querab kommt, lese ich den Namen, in übergroßen Buchstaben auf der Seite stehend: Kathena Nui. Kathena Nui? DIE? KATHENA? NUI? Mit dieser Yacht ist Winfried Erdmann, im Jahr 2000 als erster und bisher einziger Deutscher 343 Tage lang allein, nonstop und ohne fremde Hilfe um die Welt gesegelt. Ganz allein. In Ost-West-Richtung, also immer gegen die vorherrschenden Winde. Eine echte Segler-Legende! Und steht am Heck seine Frau Astrid? Ich winke ganz aufgeregt hinüber und rufe laut „Kathena ahoi!“ Die Frau am Heck winkt zurück, und lächelt.

Wir stehen erst ganz am Anfang unserer Reise, und deuten diese wundersame Begegnung als gutes Zeichen.

Zeit auch unseren Schiffsnamen anzubringen, vorerst auf Pappe, mit Klebestreifen.

Unser Schiffsname 'Katja - noch auf Pappe - wird mit Klebeband befestigt
Unser Schiffsname ‚Katja – noch auf Pappe – wird mit Klebeband befestigt