Cádiz

Ende Oktober 2016
36°32’22 N 006° 17′ 01 W

Porto, Portimaao und Cádiz sind einige der nächsten Stationen. Fast 2.000 Meilen liegen insgesamt hinter uns. Durch die Nordsee, den Ärmelkanal, über die Biskaya nach Spanien, an der portugiesischen Westküste runter bis an die Algarve und weiter in Richtung Andalusien. Diese Strecke haben wir in nur sieben Wochen bewältigt.

Wir haben Lecks gesucht und abgedichtet, und immer wieder Wasser abgepumpt. Dabei wurden Fehler ausgemerzt, und selbst welche gemacht. Wir waren mehrmals dem fehlenden Strom auf der Spur, wir haben Rückschläge einstecken müssen, und dennoch nicht aufgegeben. Das ganze Leben spielte sich immer auf weniger als 20 Quadratmetern ab. Das ist etwa der Platz, den eine mittlere Gartenlaube in der Gartensparte Kirschbaum an der Reichenhainer Straße bietet. Also inklusive Kombüse, Toilette, 2 Fahrrädern, Ersatzteilen, Werkzeugen und Geräten, den Vorräten für einige Wochen, und persönlichen Sachen.

An Land haben wir oft die Zeit – und den Raum – genutzt, mit dem Rad zu fahren, ein paar Kilometer zu laufen, in Bewegung zu kommen. Der bisher gewohnte Freiraum steht aber auf einer 36-Fuß-Yacht nicht ansatzweise zur Verfügung. Letztlich waren auch die Pläne, die persönlichen Ziele und die Verbindungen, die Verankerungen mit der Heimat zu unterschiedlich.

Wie geht es jetzt weiter? Seit Cadiz bin ich nun (vorerst) allein unterwegs. Durchschnittlich 20° C und wenig Regen – das sind gute Voraussetzungen für eine Atempause. Also tief Luftholen, und durchatmen. Auch die Segelyacht ruft nach einer gründlichen Aussen- und Innenreinigung. Technisch steht *Katja* heute deutlich besser da als noch vor der Abfahrt. Auch wenn immer wieder neue Positionen auf die To-Do-Liste kommen – die Aufgaben sind deutlich überschaubarer geworden.